PAPIER

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Papierqualitäten

Papier besteht aus Zellstofffasern, Holzschliff oder Altpapier. Füllstoffe sind Mineralien in Pulverform, z.B. Kaolin und Kreide. Füllstoffe und Chemikalien verleihen dem Papier eine höhere Opazität (Deckfähigkeit), und machen es gleichmäßiger und geschmeidiger, erhöhen die Geschlossenheit der Oberfläche, einige von ihnen erhöhen die Weiße. Außerdem „beschweren“ sie das Papier, sind preiswerter als Zellstoff und vermindern dadurch die Kosten des Rohstoffeinsatzes.

 

Wasser

Papier wird je nach Sorte und Zusammensetzung mit einem absoluten Wassergehalt von 3% bis 8% von der Papierfabrik geliefert. Zu trockenes Papier wird brüchig und neigt zu statischer Aufladung bei der Verarbeitung. Dies führt meistens zu Doppeleinzug oder Schwierigkeiten bei der Bogenauslage.

Klima und Papier

Der Wassergehalt bei Papier ist von größter Bedeutung. Das Zusammenspiel zwischen Wassergehalt und Umgebungs-temperatur sollte im Einklang harmonieren. Papierfasern verändern ihr Volumen je nach Wassergehalt. Basis des Wasser-austausches ist nicht die absolute sondern die relative Luftfeuchtigkeit. Die relative Luftfeuchtigkeit ist außer vom absoluten Wassergehalt von der Lufttemperatur abhängig.

 

Folgen von schlechten Klimaverhältnissen

Wird das Papier mit einer relativen Feuchtigkeit von 50% in einem Raum mit einer relativen Feuchtigkeit von 50% verarbeitet, steht es mit seiner Umgebungsluft im Gleichgewicht. Weichen die Werte zwischen Papierstapel und Raumfeuchtigkeit mehr als 10% voneinander ab, ist das Gleichgewicht gestört und es treten Schwierigkeiten wie Bogenlauf oder Faltenbildung auf. Ursache für diese Schwierigkeiten sind Dimensionsveränderungen der Fasern und somit des Papieres. Bei einer zu hohen relativen Feuchtigkeit des Raumklimas oder bei zu trockenem Papier nimmt der Stapel zuerst an den Rändern Feuchtigkeit auf. Das Papier wird wellig. Bei einer zu geringen relativen Luftfeuchtigkeit des Raumklimas oder bei zu feuchtem Papier gibt der Stapel an den Rändern Feuchtigkeit ab, dass Papier tellert. Deswegen ist es wichtig, das abgekühltes Papier oder Drucksachen in den Wintermonaten Gelegenheit hat, sich an die Raumtemperatur anzugleichen. Dabei ist Papier unterschiedlich empfindlich gegen Änderungen der relativen Luftfeuchtigkeit.

Berücksichtigen Sie diesen Aspekt bitte bei der Verarbeitung, Handling, Druck bzw. Personalisierung und Kuvertierung.

 

Papieroberfläche

Wir unterscheiden einerseits zwischen ungestrichenen Papieren (Naturpapieren) und gestrichenen Papieren. Anderseits zwischen matten, glatten und geprägten Papieren. Die Oberfläche des Papieres sollte den Anforderungen beim Druck und der Weiterverarbeitung und der der späteren Verwendung möglichst gut angepasst sein. Manchmal sind hier je nach Druckmotiv oder Produkt Kompromisse nötig.

Ungestrichene Papiere

Zeigen auf Ihrer Oberfläche die Struktur der Fasern. Diese bleibt auch nach starkem Glätten in den Papier-herstellungsmaschinen erhalten. Weil bei hochwertigen Farbdruckern die Rasterpunkte erheblich kleiner sind als die Struktur der Faser, sind ungestrichene Papiere für gute Farbdrucke nur bedingt geeignet. Außerdem fehlt der Oberfläche dann die oft gewünschte Brillanz.

 

Gestrichene Papiere

Hier ist das Rohpapier aus Zellstoff- und Holzfasern nicht der Druckträger, sondern der Strichträger. Das Rohpapier verleiht dem Papier die nötige Steifigkeit und Festigkeit. Der Strich ermöglicht die gute Bedruckbarkeit und die Eleganz der Oberfläche. Er besteht aus Streichpigmenten (meistens Mineralien) und Bindemitteln, die die Pigmente auf der Papieroberfläche befestigen. Gestrichene Papiere ohne weitere Oberflächenbehandlung sind matt. Durch mehr oder weniger starke Satinage (Einebnung und Glättung der Oberfläche) werden „mattgeglättet“, „halbmatt“ oder „glänzend. Dabei ist wichtig zu wissen dass auch matte Papiere eine gute „Druckglätte“ haben. Zusammen mit geeigneten Druckfarben ergeben sie dann einen guten „Druckglanz“.Nur ein gutes Zusammenspiel von Rohpapier, Streichmasse, Streichverfahren, Oberflächenveredelung, Druckfarbe, Druckmaschine und Klima, verbunden mit der Erfahrung von Grafiker und Drucker, ergeben ein optimales Druckergebnis. Zu beachten ist dass grafisch umgesetzte Ideen auch realisierbar und dem Papier förderlich entgegen kommen sollten.

Gestrichene Papiere werden überwiegend im Werbedruck eingesetzt: Beilagen, Prospekte, Kataloge usw. sind auf holzhaltigen und holzfreien, matt und glänzend gestrichenen Papieren gedruckt.

 

Farbe des Papiers

Weiß, die visuelle Weiß-Wahrnehmung ist stark abhängig von der Zusammensetzung des einfallenden Lichtes. Unter Kunstlicht sehen fast alle Papiere anders aus als bei Tageslicht. Zu grell, weiße Papiere ermüden bei längerem Lesen die Augen; zur Bücherherstellung werden daher gelblichweiße Papiere bevorzugt. Außerdem gilt: je weißer ein Papier ist, desto höher ist seine Transparenz! Sehr stark aufgehellte Papiere lassen häufig den Druck von den anderen Seite durchscheinen.

 

Farbige Papiere

Farbige Papiere werden zur Kennzeichnung von unterschiedlichen Formularen oder Vorgängen in Büros zur Auffälligkeit verwendet. Für viele Verwendungszwecke ist es wichtig, dass die Farben eine gewisse Lichtbeständigkeit haben. Dies hängt unter anderem an der Faserzusammensetzung zusammen. Holzhaltige Papiere vergilben leicht und sind weit weniger lichtbeständig als holzfreie. Auf lichtbeständige farbige Papiere wird teilweise ein „Strich“ auf das Papier aufgebracht. Zu beachten ist: Je nach Anfertigung von farbigen Papieren Abweichungen in den Farbnuancen bringen kann. Sie entsteht durch leicht unterschiedliche Rohstoffe.

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